Infos für dich


Du hast dein Baby verloren. Die Trauer ist unendlich groß. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Woche und wie klein dein Baby war. Du darfst trauern und vermissen. Der Weg durch die Trauer ist dabei ganz individuell.

 

Wir stellen dir hier Informationen zusammen, die dich und deine Lieben auf diesem Weg unterstützen. Die Artikel, Videos und Links werden laufend aktualisiert und erweitert.


Wichtige Begriffe

Fehlgeburt

Von einer Fehlgeburt spricht man, wenn das Baby noch vor der 24. Schwangerschaftswoche bzw. bei einem Gewicht von weniger als 500 Gramm verstirbt.

 

Totgeburt

Davon spricht man, wenn das Baby mehr als 500 Gramm aufweist und nach der 24. Schwangerschaftswoche bzw. während der Geburt verstirbt. Im englischen Sprachgebrauch wird hierfür der Begriff "stillbirth" verwendet, da das Baby lautlos, still auf die Welt kommt. Davon leitet sich der Ausdruck "Stille Geburt" ab, um auf sensible Weise zu verdeutlichen was passiert, wenn ein Baby tot geboren wird.

 

Lebendgeburt

Eine Lebendgeburt liegt vor, wenn nach der Geburt entweder die Atmung eingesetzt hat oder irgendein anderes Lebenszeichen erkennbar ist, wie Herzschlag, Pulsation der Nabelschnur oder Bewegungen willkürlicher Muskeln.

 

Quelle: Brochüre BMFJ "Stille Geburt oder Tod des neugeborenen Kindes", Mai 2019

 


Trauerarbeit - was kann helfen

Austausch mit deinem Partner

Mit dem Verlust deines Kindes kommt die Trauer. Aber auch andere Gefühle wie Wut, Schuld, Selbstzweifel und Schmerz können auftauchen. Dabei ist es wichtig, dass du dir genügend Zeit gibst, um den Tod deines Babys zu verarbeiten. Gib deinen Gefühlen Raum und erlaube dir, zu spüren, was gerade da ist. Vertraue dich deinem Partner an. Er wird genauso trauern, wenn vielleicht auch auf andere Weise. In dieser Zeit könnt ihr euch gegenseitig unterstützen und eure Gedanken und Gefühle teilen.

 

Unterstützung durch dein Umfeld und Gesprächsgruppen

Um deine Trauer zu verarbeiten, können auch Gespräche mit lieben Menschen in deinem Umfeld oder mit anderen betroffenen Frauen und Familien helfen, das Erlebte einzuordnen. Nimm die Unterstützung durch andere an. Vielleicht durch eine Umarmung, ein offenes Ohr oder die bloße Erfahrung: "Ich bin nicht allein".

Gesprächsgruppen und Selbsthilfegruppen bieten ebenfalls eine sehr gute Unterstützung. Hier kannst du dich gezielt mit anderen austauschen. Du wirst verstanden und bekommst neben dem notwendigen Mitgefühl auch immer wieder Übungen an die Hand, die dir helfen, mit deiner Situation leichter umzugehen.

 

Hebammen

In der ersten Zeit nach einer Fehlgeburt oder Stillen Geburt unterstützen dich auch Hebammen zu Hause. Es gibt die Möglichkeit einer ambulanten Nachbetreuung (nach einer Stillen Geburt wird ein Teil der Kosten von der Krankenkasse übernommen). Hier begleitet dich deine Hebamme mit Gesprächen und kontrolliert den Wochenbettverlauf.

 

Rituale

Vielleicht möchtest du dir auch ein Abschiedsritual überlegen. Rituale sind symbolische Handlungen die dir helfen, den Verlust deines Kindes zu realisieren und dich von ihm verabschieden zu können. Sie unterstützen dich außerdem dabei, dein Sternchen in liebevoller Erinnerung zu behalten. Vielleicht möchtest du eine Kerze gestalten, einen Abschiedsbrief an dein Sternchen schreiben oder ein Trauertagebuch schreiben? Sternenkinderfotograf*innen bieten zudem die Möglichkeit, ein Bild von deinem Sternchen als Erinnerung für dich anzufertigen.

 

Abschied

Nimm dir (mit deinem Partner) die Zeit um dich von deinem Sternchen zu verabschieden indem du es begrüßt, ansiehst und in den Arm nimmst. Nimm dir dafür so viel Zeit wie du brauchst.

Nach einer Stillen Geburt gibt es in vielen Krankenhäusern die Möglichkeit dein Baby nottaufen oder segnen zu lassen.

 

Psychologische Begleitung

Wenn du weitere Unterstützung bei der Verarbeitung deiner Trauer brauchst, kann eine psychologische/therapeutische Begleitung das Richtige für dich sein. Hier wirst du in einem vertrauensvollen Rahmen einfühlsam und professionell genau dort gestützt, wo du es brauchst. Das kann auch für Geschwisterkinder oder deinen Partner ein wichtiger Schritt sein.

Zögere nicht, für dich oder deine Lieben professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.